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Ein Akt der Gnade: Die bemerkenswerte Reaktion von Mar Mari Emmanuel auf den Vorfall in Sydney

Foto von Mar Mari Emmanuel mit Augenklappe
Mar Mari Emmanuel vergibt seinem Angreifer, der ihm mit einem Messer die Sehkraft des rechten Auge nahm.

In einer Welt, die oft von Gewalt und Konflikten gezeichnet ist, gibt es Momente der Menschlichkeit, die uns innehalten lassen und unsere Herzen berühren. Ein solcher Moment ereignete sich vor Kurzem in Sydney, als der syrisch-orthodoxe Bischof Mar Mari Emmanuel während einer Messe angegriffen wurde. Was folgte, war jedoch nicht Rache oder Wut, sondern eine Reaktion von außergewöhnlicher Gnade und Mitgefühl.


Rückkehr in die Kirche

Am 29. April dieses Jahres kehrte Bischof Mar Mari Emmanuel zum ersten Mal seit dem Vorfall in seine Kirche zurück, um seine erste Predigt zu halten. Nur zwei Wochen zuvor war er während des Gottesdienstes von einem 16-jährigen Jungen mit einem Messer angegriffen worden. Die Nachricht von diesem tragischen Ereignis erschütterte nicht nur die Gemeinde, sondern auch die gesamte Stadt Sydney.


Die Reaktion von Mar Mari Emmanuel

Was jedoch folgte, war eine bemerkenswerte Demonstration von Menschlichkeit und Vergebung. Trotz der schweren Verletzungen und des Traumas, das er erlitten hatte, zeigte Bischof Emmanuel eine außergewöhnliche Gnade gegenüber seinem mutmaßlichen Angreifer. Er nannte ihn sogar "meinen Sohn" und betonte, dass er immer für ihn beten werde.

Appell an Toleranz und Respekt: In seiner Predigt sprach der Bischof auch über die Bedeutung der Meinungsfreiheit und der Religionsfreiheit. Er betonte, dass jeder Mensch das Recht habe, seine Überzeugungen auszudrücken, und dass diese Rechte unantastbar seien. Seine Worte waren ein Appell an die Toleranz und den Respekt gegenüber anderen Glaubensrichtungen und Weltanschauungen.


Verlust der Sehkraft

Ein besonders bewegender Aspekt der Rückkehr von Bischof Mar Mari Emmanuel in die Christ The Good Shepherd Church war seine Offenheit über den Verlust seiner Sehkraft infolge des Angriffs. Mit einem Augenklappe versehen, stand er vor seiner Gemeinde und sprach über die tragischen Ereignisse, die ihn nun mit partieller Blindheit im rechten Auge zurückgelassen hatten.

In einer ergreifenden Geste erklärte der 52-jährige Bischof in arabischer Sprache: "Ich bitte den Herrn Jesus Christus, dieses Auge als Zeichen der Liebe und Opferbereitschaft anzunehmen." Diese Worte sind nicht nur ein Ausdruck seiner tiefen Verbundenheit mit seinem Glauben, sondern auch ein Symbol für seine Bereitschaft, persönliche Opfer zu bringen, um anderen Trost und Hoffnung zu spenden.


Verteidigung der Prinzipien: Meinungsfreiheit

Besonders beeindruckend war die Haltung des Bischofs gegenüber den juristischen Auseinandersetzungen um die Verbreitung von Aufnahmen des Angriffs. Er betonte, dass selbst in solch schwierigen Zeiten die Prinzipien der Demokratie und der Meinungsfreiheit verteidigt werden müssten. Dies bezog sich auf die Forderung. Der Hintergrund dafür liegt in den juristischen Auseinandersetzungen zwischen der australischen Regierung und dem sozialen Netzwerk X (ehemals bekannt als Twitter) über die Forderung, Videos des Angriffs von der Plattform zu entfernen. Diese Auseinandersetzung wirft Fragen auf über die Grenzen der Meinungsfreiheit und die Verantwortung von Plattformen im Umgang mit sensiblen Inhalten.

Die Bedeutung der Meinungsfreiheit wird durch den Kontext des Angriffs auf den Bischof verstärkt, der anscheinend religiös motiviert war. Der Bischof selbst hat die Freiheit betont, religiöse Überzeugungen frei äußern zu können, ohne dabei mit Gewalt oder Bedrohungen konfrontiert zu werden. Seine Worte reflektieren die Notwendigkeit, dass Menschen in einer freien Gesellschaft in der Lage sein sollten, ihre religiösen Überzeugungen zu äußern, ohne Angst vor Repressalien haben zu müssen.


Fazit:

Bischof Mar Mari Emmanuel ist ein lebendiges Beispiel für die Kraft der Vergebung und des Mitgefühls. Seine Reaktion auf den Vorfall hat nicht nur die Herzen seiner Gemeindemitglieder berührt, sondern auch die Herzen vieler Menschen weltweit. In einer Zeit, in der Gewalt und Spaltung oft die Schlagzeilen beherrschen, erinnert uns sein Beispiel daran, dass Mitgefühl und Vergebung die wahren Wegbereiter des Friedens sind.

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